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News / Personalmarketing verschläft "war for talent"
Bei der Budgetverteilung setzen die Unternehmen auf bekannte Kanäle.
20.06.2013   News
Personalmarketing verschläft "war for talent"
 
Obwohl die Mitarbeitergewinnung ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, genießt das Personalmarketing innerhalb von Unternehmen einen sehr geringen Stellenwert. Systematisches, strategisches Handeln sei hier ein Ausnahmefall, heißt es im Personalmarketing Report 2013.

Keine Strategie vorhanden

Nur 27 Prozent der deutschen Umfrage-Teilnehmer gaben an, dass das Personalmarketing in ihrem Unternehmen einen hohen strategischen Stellenwert genieße. Der Mangel an Strategie bei dem Großteil der Unternehmen spiegelt sich der Studie zufolge auch in der Budgetplanung.

Lediglich 28 Prozent der Unternehmen ermitteln das Budget strategisch nach den Vorgaben einer langjährigen Personalplanung. 56 Prozent stellen die Gelder situativ zur Verfügung, dem aktuellen Personalbedarf angepasst.

Budgetverteilung ignoriert moderne Trends

Dabei liegt der Schwerpunkt deutscher Unternehmen bei der Verteilung von Personalbudgets weiter auf der Schaltung von Stellenanzeigen. Doch über ein Kommunikationskonzept für diesen Kanal verfügt dann nur ein Drittel der Unternehmen. Stellenanzeigen, Personalberater und Karrieremessen bekommen rund zwei Drittel des Personalmarketing-Budgets.

Maßnahmen wie Social-Media-Aktivitäten oder Arbeitgebervideos stehen hinten an: ihr Anteil am Gesamtbudget wird bedeutend niedriger angesiedelt, bei 11 (Social Media) und 5 Prozent (Videos). Dies bedeutet für die Autoren der Studie, dass die veränderten Interessen sowie die Mediennutzung der Zielgruppen kaum Beachtung bekommen.

Ein Lichtblick hierbei ist für die Autoren des Personalmarketing-Reports, dass die Befragten dies teilweise bereits erkennen. Knapp 22 Prozent sehen Optimierungsbedarf bei der Social-Media-Kommunikation ihres Unternehmens. Gleichzeitig wird jedoch nur jeder Zehnte in den nächsten zwölf Monaten auch aktiv.

Nur jeder Vierte misst Erfolg

Auch in Sachen Erfolgskontrolle sind deutsche Unternehmen noch zurückhaltend. Nur 12 Prozent der deutschen Studien-Teilnehmer führen eine systematische Analyse des Arbeitsmarktes durch und nur 1 Prozent analysiert systematisch die Recruiting-Aktivitäten anderer Unternehmen.

Speziell in Anbetracht des Fachkräftemangels, der veränderten Mediennutzung sowie der zunehmenden Internationalisierung des War for talent sei es unerlässlich, dass Unternehmen umdenken in Richtung strategisches Handeln und den Arbeitsmarkt besser analysieren, ihre Wettbewerber beobachten und Erfolgsmessung einsetzen, so Philipp Diefenbach, Leiter von index Strategisches Personalmarketing.

Für die diesjährige Studie wurden über 2.200 Personalverantwortliche aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Dänemark und Schweden befragt.

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