09.10.2012 |   PR-Karrierebarometer zum Gehalt von Young Professionals

Agenturen riskieren hohe Fluktuationskosten

Für zehn bis 20 Prozent mehr Gehalt würden laut einer Umfrage viele Young Professionals den Arbeitgeber wechseln.
Für zehn bis 20 Prozent mehr Gehalt würden laut einer Umfrage viele Young Professionals den Arbeitgeber wechseln.

Vor allem in Agenturen sind viele Einsteiger unzufrieden mit ihrem Gehalt, jeder Fünfte fühlt sich ausgebeutet. Und Frauen verdienen in der Kommunikationsbranche nur am Anfang ihrer Karriere fast so viel wie Männer. Das sind zwei Ergebnisse des Karrierebarometers des PR Career Centers zum Thema Gehalt. Mitarbeiter in Unternehmen hingegen sind zufriedener.

In PR-Agenturen sagen fast zwei Drittel (65,1 Prozent) der Mitarbeiter mit bis zu zwei Jahren Erfahrung "Ich verdiene zu wenig." Jeder Fünfte (19,8 Prozent) gibt an, er "werde regelrecht ausgebeutet". Jeder Sechste (16,3 Prozent) fühlt sich angemessen bezahlt. In den Unternehmen sieht dies etwas anders aus. Hier ist der Anteil derjenigen, die mit ihrem Gehalt zufrieden sind, mit 38 Prozent über doppelt so hoch. Aber auch hier gibt mehr als jeder Zweite (52,9 Prozent) an, dass er zu wenig verdient; neun Prozent fühlen sich ausgebeutet.

"Diese Zahlen sind vor allem deshalb kritisch, weil für neun von zehn Befragten die Bezahlung wichtig oder besonders wichtig ist", sagt Thomas Lüdeke, Geschäftsführer des PR Career Centers. "Arbeitgeber, die besonders schlecht bezahlen, gehen damit ein hohes Risiko ein, dass ihnen die Mitarbeiter davonlaufen." Gestützt wird diese Einschätzung durch die Antwort der Young Professionals auf die Frage, ob sie für mehr Gehalt den Arbeitgeber wechseln würden - das bejahen fast 90 Prozent. Die kritische Schwelle liegt hier für die meisten Befragten bei zehn bis 20 Prozent.

Einstiegsgehälter

Was den Berufseinstieg angeht, wird durch die Umfrage ein Klischee bestätigt: Unternehmen bezahlen besser als Agenturen. Im Durchschnitt stehen bei einem Unternehmenskommunikator mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung rund 550 Euro mehr auf dem monatlichen Lohnzettel als bei einem Agenturmitarbeiter (2.507 vs. 1.959 Euro Bruttogehalt). Diese Diskrepanz verringert sich aber im Lauf der Zeit - nach drei bis fünf Jahren ist sie nur noch etwa halb so groß (Unternehmen: 3.064 Euro, Agenturen: 2.759 Euro - alles Durchschnittswerte).

Überstunden machen sich finanziell kaum bemerkbar

Fast zwei Drittel der Befragten leisten maximal fünf Stunden Mehrarbeit pro Woche; nur jeder Zwanzigste kommt auf elf bis 15 wöchentliche Überstunden. Die werden so gut wie nie finanziell vergütet. Nur jeder Dritte erhält dafür einen Freizeitausgleich.

Jeweils fünf Überstunden pro Woche bedeuten am Ende des Monats rund 100 Euro mehr auf dem Konto. "Überstunden scheinen in der Kommunikationsbranche finanziell nur geringe Auswirkungen zu haben, beeinflussen aber womöglich das berufliche Vorankommen", kommentiert Thomas Lüdeke, Geschäftsführer des PR Career Centers, laut einer Mitteilung dieses Ergebnis.

Frauen und Männer verdienen fast gleich - am Anfang

Auf den ersten Blick scheint in der Kommunikationsbranche fast finanzielle Gleichberechtigung zu herrschen: Männer verdienen in den ersten zwei Berufsjahren etwa vier Prozent mehr als ihre weiblichen Kollegen (2.228 vs. 2.198 Euro; Unternehmen und Agenturen gemittelt). Diese Differenz vergrößert sich aber mit zunehmender Berufserfahrung - nach fünf Jahren und mehr beträgt sie durchschnittlich 44 Prozent. Dazu passt, dass auf den Chefsesseln in der Kommunikationsbranche immer noch merklich mehr Männer als Frauen sitzen.

Für das Karrierebarometer zum Thema Gehalt hat das PR Career Center im September 2012 gut 300 Young Professionals in der Kommunikationsbranche befragt.

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