21.05.2014 |   MHMK-Studie

Shitstorms sind ökonomisch wirkungslos

Prof. Dr. Ralf Spiller, Lehrgebiet PR und Kommunikationsmanagement an der MHMK Köln, ist zusammen mit Thomas Hintzen Autor der MHMK-Studie "Der Shitstorm". Foto: MHMK
Prof. Dr. Ralf Spiller, Lehrgebiet PR und Kommunikationsmanagement an der MHMK Köln, ist zusammen mit Thomas Hintzen Autor der MHMK-Studie "Der Shitstorm". Foto: MHMK

Empörungswellen in sozialen Netzwerken hinterlassen so gut wie keine wirtschaftlichen Folgeschäden. Diese These hat die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) mit Hilfe einer Studie untermauert. Glaubwürdigkeitsverluste müssen die Betroffenen offenbar auch nicht befürchten.

Die MHMK hat die Shitstorms von Social Media-Nutzern im Zeitraum Januar 2010 bis Mai 2013 untersucht, und zwar nur solche, über die in den Online-Ausgaben der sechs größten überregionalen deutschen Tageszeitungen berichtet wurde. So kamen 28 Fälle in Deutschland operierender Unternehmen zusammen. Doch ob nun die Zusammenarbeit des Fußballbundesligisten Werder Bremen mit Sponsor Wiesenhof, die Entrüstung der Vegetarier wegen eines Wurst-Spots der ING-DiBa oder der Ärger über die angekündigten DSL-Tarife mit Volumenbegrenzung der Telekom, keine Rede von Spuren der Verwüstung. "Trotz der Heftigkeit der Kritik und der hohen medialen Aufmerksamkeit, mit denen die Unternehmen sich während eines Shitstorms konfrontiert sahen, haben die betroffenen Unternehmen bislang kaum messbare Umsatz- oder Gewinneinbußen noch einen nachweisbaren Glaubwürdigkeitsverlust festgestellt", resümiert Studienleiter Ralf Spiller.

Die Untersuchung nahm auch die Maßnahmen unter die Lupe, die die Unternehmen ergriffen haben. Als erfolgreichste und gängigste Maßnahmen nannten die Unternehmenssprecher die sofortige Kommunikation mit der Gegenpartei und die Beseitigung des Fehlers. Aufklärung oder Entschuldigungen haben die Betroffenen ausschließlich in den sozialen Medien veröffentlicht.

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Kommentare

K. Bernhausen am 22.05.2014 um 19:16
Das deckt sich mit meinen Erfahrungen als Krisenkommunikator in großen B2B-Unternehmen. Weder negative Medienberichte noch Social-Media-Proteste haben nennenswerte Einflüsse auf Umsätze, jedes Mal das Gleiche. Die Heerschar von PR- und Krisenberatern hört das gar nicht gerne, die wollen verkaufen, verkaufen, verkaufen. Meistens ist es aber viel einfacher. Ein, zwei klärende Worte zur Presse, Produktmangel beseitigen, fertig. Die Verbraucher interessieren sich meistens nicht die Bohne, das aufgeregte Geschnatter in den Social Media täuscht. Und morgen wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben, während der Krisenberater gerade erst im Sportwagen vorgefahren ist, um teures Gerede zu verkaufen, das meistens alles noch schlimmer macht. So ist das . liebe Agenturen.
 

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