19.06.2013 |   PR Lions in Cannes

12 Löwen gehen nach Deutschland

Tree Concert

Zum 60. Mal kapert derzeit die Werbe- und Kommunikationsbranche das kleine Fischerdorf Cannes in Südfrankreich - und vergibt die begehrten Löwen. Direkt am Montagabend kamen im überbuchten Grand Auditorium die PR Lions auf die Bühne. Ergebnis: Mit jeweils 12 Löwen gehören Deutschland und UK zu den größten Abräumern in dieser Kategorie.

Nase vorn in der - noch jungen - PR-Kategorie haben einmal mehr die Werber, PR-Agenturen machen sich in diesem Wettbewerb noch rar. Indes: Ketchum Pleon fing einen Gold-Löwen ein, Hand in Hand mit der Berliner Schwester BBDO Proximity. Gold hat es für PR-Agenturen seit Jahren nicht gegeben. Ausgezeichnet wurde die Kampagne "Tree Concert" (Video oben) für den BUND. Weitere Löwen heimsten etwa Ogilvy, Saatchi & Saatchi oder die Samsung-Agentur Cheil mit der UN-Kampagne "Free the Forced" ein - insgesamt vergab die Jury 20 mal Gold, 30 mal Silber und 45 mal Bronze.

Unter den Favoriten an der Croissette rangiert in diesem Jahr die Kampagne "Dumb ways to die", eine Kampagne von McCann im Auftrag des australischen Nahverkehrsbetreibers Metro Trains, die mit ansteckendem Jingle und smarter Strategie die Leute bannt. Ziel: Die Sicherheit an Bahnsteigen erhöhen, um 21 Prozent ging die Zahl der Unfälle laut McCann zurück. Die Arbeit gewann den Grand Prix in der Kategorie PR, und nicht nur in dieser.

"Brillante Inhalte sind die neue Währung", hieß es auf der Bühne in Cannes. Visuelle Inhalte, perfekt inszeniert. Sie lösen Anteilnahme und Konversation aus, sie transportieren Botschaften zuverlässig - sind aber nicht von bezahlten Kanälen getrieben. Die Jury unter dem Vorsitz von David Gallagher, im Hauptjob Europa-CEO von Ketchum, schlug mit diesen Kriterien in dieselbe Kerbe wie ihre Vorgänger. Er sehe viele gute, kreative und strategische PR-Arbeit von PR-Agenturen weltweit - um aber zu gewinnen, müssten diese einreichen, sagte Gallagher.

Cannes mausert sich - auch mit einer sich etablierenden PR-Sparte - zunehemend vom Werberfestival zu einem Hotspot für Kreativität. "Deutschland hat großes kreatives Potential, das zeigen auch die 12 Löwen. Leider trauen sich die PR-Agenturen hier in Cannes nicht nach vorne", sagt Mirko Kaminski, achtung-Chef und in diesem Jahr deutscher Juror in der PR-Jury. "Es ist keine Raketenwissenschaft in Cannes einen Löwen zu gewinnen", glaubt er. Offenbar nur knapp rutschte ihm selbst in diesem Jahr ein eigener Löwe durch die Finger - mit den Eindrücken aus diesem Jahr will er 2014 einen neuen Anlauf nehmen.

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