07.12.2017 |   Tipps zum Start in den PR-Beruf

"Ohne digitale Praxis wird es nichts"

Christian Lawrence (Foto: Brunswick)
Christian Lawrence (Foto: Brunswick)

In einer neuen Serie geben renommierte Profis Tipps für die Karriere in der Kommunikation. Zum Auftakt erklärt Christian Lawrence von der Beratung Brunswick, welche Kompetenzen man braucht, um nicht zum Frühstücksdirektor degradiert zu werden.

PR Report: Wo startet man am besten in den Kommunikationsberuf - in einem Unternehmen oder in einer Agentur?

Christian Lawrence: Dazu gibt es kein Patentrezept. Es gibt gute Beispiele für einen guten Karrierestart sowohl in einer Agentur als auch im Unternehmen. Ich persönlich möchte meine Berufserfahrung in vier Unternehmen, in denen ich tätig war, nicht missen.

Wie macht man heutzutage in einer Agentur Karriere?

Nicht so sehr hierarchisch, weil wir zum Beispiel bei Brunswick so gut wie hierarchiefrei arbeiten. Ideen werden nach ihrer Qualität beurteilt, nicht danach, von wem sie kommen. Man macht Karriere, indem man mit kreativen Lösungen auf sich aufmerksam macht. Oder mit begründeten Thesen, wohin sich die Kommunikation insgesamt entwickeln wird.

Womit können Bewerber Sie besonders überzeugen?

Egal, ob im Unternehmen oder in der Agentur: mit Fachkenntnis über Themen. Sonst ist man nur der Frühstücksdirektor. Und zweitens: mit einer situativ angepassten Mischung aus Durchsetzungsfähigkeit und Empathie.

Welche Kompetenzen braucht ein moderner Kommunikator unbedingt?

Ein Kommunikator muss sich für die Fachthemen des Unternehmens, für das er arbeitet, interessieren, egal, ob in der Firma selbst oder als Berater. Wichtig dann noch: die Kombination von Allgemeinbildung und Digitalkenntnissen. Wenn es etwa um die Identifikation von Influencern geht, muss man wissen, wer zu einem Thema ein Antagonist oder Protagonist ist. Regelmäßig eine gute Tageszeitung zu lesen, hilft dabei enorm.

Das Thema Digital als dringend notwendige Kompetenz wird heute strapaziert. Was heißt Digitalkompetenz eigentlich konkret?

Ohne eigene Praxis im digitalen Netz wird es nichts - ich selber habe erst über meinen Twitter-Account die notwendige eigene Erfahrung gesammelt. So lernt man, ganz banal, was Reichweite erzeugt und was nicht. Wer das nicht tut, hat eine Meinung, aber keine Erfahrung.

Wer ist in einer Agentur falsch?

Wer Stress bekommt, wenn mehrere Dinge auf einmal erledigt werden müssen. Sprachliche Ausdrucksfähigkeit ist auch wichtig.

Ihr wichtigster Tipp für Berufseinsteiger und Young Professionals?

Suchen Sie sich fachliche Vorbilder und beobachten Sie, was die tun. Ich selber habe mit großer Faszination die Erfahrungen von Alastair Campbell, dem Kommunikationsdirektor des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair, studiert.

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