01.12.2017 |   Die #30u30-Crew von 2017 im Porträt: Clemens Reisbeck

"Roger Willemsen ist mein Vorbild"

Clemens Reisbeck (c) privat
Clemens Reisbeck (c) privat

Der fünfte Jahrgang unserer Nachwuchsinitiative #30u30 ist ein buntes Spiegelbild der Kommunikationsbranche. In den kommenden Wochen stellen wir nach und nach die Talente vor. Heute: Clemens Reisbeck (29) von Engel & Zimmermann.

Der gebürtige Münchner Clemens Reisbeck ist nach einigen Jahren in der Fremde wieder in der Heimat. "Nach dem Abitur wollte ich raus, bin nach Berlin gezogen, um in Potsdam VWL und Germanistik zu studieren", erzählt er. VWL fand er gut, Germanistik kam ihm vor "wie ein besserer Deutsch-Leistungskurs". Er wollte lernen, Texte zu schreiben - und nicht Schillers "Räuber" besprechen.

Reisbeck fand einen Studentenjob im Bundestag, machte Pressearbeit für einen Abgeordneten. Er schrieb sich in Ravensburg für ein duales Kommunikationsstudium ein. "Dort waren viele Leute aus der Praxis, und ich bekam Infos aus erster Hand, wie sie Texte schreiben oder eine Pressemitteilung verfassen", schwärmt der 29-Jährige.

Die Kombination aus Studium und Praxis bei Engel & Zimmermann war für ihn die richtige Entscheidung. Bei der Agentur stieg der Fan von 1860 München im Jahr 2017 zum Berater auf. Er leitet dort das "Handlungsfeld Projektkommunikation".

Ein Vorbild in der Kommunikation ist für mich Roger Willemsen. Ich habe fast alle seine Bücher und Interviews verschlungen. Er hatte diese sehr virtuose Art, sehr Hässliches und Gemeines sehr schön formulieren zu können. Diese geniale und häufig sehr witzige Sprachfertigkeit findet man heute aus meiner Sicht nur noch sehr selten.

Ein guter Rat war, nicht immer alles nach Plan anzugehen. Während meines ersten Studiums der Germanistik in Potsdam musste ich feststellen, dass meine Wahl für dieses Studium schlichtweg die Falsche war: Zu theoretisch waren die Inhalte, zu praxisfern der Lehransatz. Leider habe ich damals erst nach drei Semestern verstanden, was mein Vater damit meinte, als er mir den Rat gab: „Wenn du es eilig hast, mach einen Umweg.“ Heute weiß ich, dass es den einen Karriereweg nicht gibt.

In zehn Jahren werde ich meinem Beruf noch immer mit großer Leidenschaft und vor allem viel Spaß nachgehen. Am Liebsten als Leiter in einer Public-Affairs-Abteilung in einem spannenden Unternehmen, das sich im Spannungsfeld von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft klug und vorrausschauend bewegt.

Was ist der wichtigste Trend in der Kommunikationsbranche? Der für mich wichtigste Trend in der Kommunikationsbranche ist: Den Hype um Trends nicht zu überschätzen. Die Vergangenheit hat mir gezeigt, dass sich die Vermittler von Botschaften stetig wandeln: Ob Journalisten, Blogger, Influencer oder das persönliche Umfeld – unter dem Strich zählt immer die Art und Weise, wie Geschichten erzählt werden. Und PR-Verantwortliche können eben dieses „Wie“ maßgeblich gestalten. Erfolgreiche Geschäftsmodelle sind für mich vor allem durch Kommunikation getrieben. Die kontinuierliche Reflektion und Anpassung des Unternehmens an die Gesellschaft wird durch die Unternehmenskommunikation nach innen und außen gewährleistet – ansonsten entfernt sich das Unternehmen von der Gesellschaft, und das Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr.

Tipp:
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