11.10.2017 |   Ralf Hering über den Abgang von Andreas Winiarski

"Wir haben es einfach nicht gemerkt"

Ralf Hering
Ralf Hering

In der neuen Ausgabe des PR Reports äußert sich Ralf Hering (Foto), Gründer der Agentur Hering Schuppener, erstmals ausführlich und harsch zum Abgang von Andreas Winiarski. Warum das Experiment mit dem "PR-Rockstar" gescheitert ist, erklärt Hering im großen Interview. Ein Auszug.

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PR Report: Wie schwer wiegt der Abgang von Andreas Winiarski, der zu dem Venture-Capital-Geber Earlybird gewechselt ist?
Ralf Hering: All the best to him, aber wir haben es einfach nicht gemerkt. Es ist kein werthaltiges Geschäft weggebrochen. Er hatte seine Zeit. Er hat uns sehr geholfen, sehr schnell den Digital Hub zu entwickeln. Dann hat er uns verlassen. Andreas ist punktuell bei Einzelprojekten dabei, aber sonst hat er jede Menge mit seiner neuen beruflichen Aufgabe zu tun. Alles gut. Es gibt manchmal so zeitlich limitierte Engagements. Seine Magnetfunktion war für uns total hilfreich. Jetzt haben wir einen Digital Hub, genau wie wir ihn haben wollen. Ich hoffe, dass Andreas in dem, was er jetzt tut, großen Erfolg hat. Für uns hatte er genau die Funktion, die wir gebraucht haben, um uns in diesem Feld zu positionieren. Mit der gemeinsamen Entscheidung, uns voneinander zu trennen, haben wir nicht ansatzweise irgendeine negative Erfahrung gemacht.

Also hat Winiarski seine Schuldigkeit getan.
Wenn Sie das so formulieren wollen. Wir haben gemeinsam festgestellt, dass das hier langfristig nicht funktionieren würde. Aus Ihrer Sicht läuft das Ganze jetzt vielleicht weniger spektakulär ab, aber es läuft.

Was hat nicht gepasst?
Am Ende war es ein unterschiedliches Verständnis davon, was wir hier brauchen. Und für ihn war es schwierig, mit einzelnen Partnern innerhalb unseres sehr klar definierten Wertesystems zusammenzuarbeiten. Das klaffte teilweise ein bisschen auseinander.

Was heißt das genau?
Nicht jeder versteht sich gut mit jedem. Das waren schon sehr unterschiedliche Welten. Wir sind dieses Risiko bewusst eingegangen. Es war auch gut, das mal auszuprobieren. Aber ich glaube, er ist mit der Entwicklung genauso einverstanden wie wir.

Der Wechsel von Winiarski von Rocket Internet zu Hering Schuppener geschah sehr plötzlich. Sie haben ihm gleich die höchsten Weihen als Managing Partner verliehen mit der Aussicht, eine eigene Digital-Marke zu gründen und ihm Anteile daran zu geben. War Ihre Not, Digitalkompetenz zu demonstrieren, so groß?

Warum muss eine Not dahinterstecken? Das war eine Opportunität. Er war am Markt und wir haben eine schnelle, unternehmerische Entscheidung gefällt.

Wer übernimmt künftig die Magnetfunktion im Digitalbereich?
Ich sehe da keine Probleme. Bei uns bewerben sich interessante Leute. Wir haben uns im Markt mit einer sehr beraterischen Einheit für digitale Transformation gut positioniert. Wir wollen keine neue Digitalagentur. Davon gibt es reichlich.

Das wollte Winiarski?
Ich glaube, dass er das volumenmäßig größer betreiben und weiter skalieren wollte, als wir das brauchen.

Tipp: Im neuen PR Report spricht Ralf Hering außerdem über Digitalisierung, die größte Gefahr für das Geschäft seiner Agentur, das Fusionsdebakel bei der Deutschen Börse und die Partnerschaft mit Finsbury.

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