14.09.2017 |   Skandal führt zu herben Auftragsverlusten

Bell Pottinger ist zahlungsunfähig

Die Londoner Agentur Bell Pottinger hat Konkurs angemeldet. Das hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO mitgeteilt. Demnach hätten die Verluste an Kunden, Partnern und Mitarbeitern zuletzt einen Grad erreicht, der keine andere Möglichkeit mehr zuließ, als ein Konkursverfahren für die britischen Zweige des Unternehmens zu eröffnen.

Ausgangspunkt des Niedergangs der einst von Margaret Thatcher-Berater Lord Bell gegründeten PR-Firma ist eine Kampagne für den indischen Gupta-Clan in Südafrika. Die Unternehmerfamilie soll ein Großspender der Regierungspartei ANC sein und enge Beziehungen zu Präsident Jacob Zuma pflegen. In ihrer Kampagne soll die Agentur Rassenhass geschürt haben. Zu diesem Ergebnis kommt auch ein Bericht der Public Relations and Communications Association (PRCA), die Bell Pottinger deswegen kürzlich aus ihrem Verband ausgeschlossen hat. Vor der Veröffentlichung des Berichts war CEO James Henderson zurückgetreten, danach beendeten Kunden wie HSBC und die südafrikanische Investmentbank Investec ihre Zusammenarbeit.

Laut "PRWeek Global Agency Business Report" haben für Bell Pottinger Ende vergangenen Jahres weltweit 250 Leute gearbeitet, drei Viertel davon in Großbritannien. Die Firmenstandorte in Asien und dem Nahen Osten wollen ihre Geschäftstätigkeit nach einem Bericht der "PR Week" aufrechterhalten.

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Kommentare

Jürgen Braatz am 15.09.2017 um 14:16
Das ist eine gute Nachricht für die PR-Branche weltweit. Unethisches Handeln kann zum Konkurs führen. Sagen wir PR-Beratern unseren Kunden immer wieder. Anscheinend war Bell Pottinger nicht gut beraten.
 

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