08.09.2017 |   Die #30u30-Crew von 2017 im Porträt: Jan Christoph Bohnerth

"Man kann mit Kommunikation Wandel treiben"

Jan Christoph Bohnerth (c) WMP Eurocom
Jan Christoph Bohnerth (c) WMP Eurocom

Der fünfte Jahrgang unserer Nachwuchsinitiative #30u30 ist ein buntes Spiegelbild der Kommunikationsbranche. In den kommenden Wochen stellen wir nach und nach die Talente vor. Heute: Jan Christoph Bohnerth (28) von der Agentur WMP Eurocom.

Jan Christoph Bohnerth ist ein Mann der Kon­traste. Nachdem er einige Jahre für den Ölmulti Exxon Mobil arbeitete, berät er heute als Senior Consultant bei WMP Eurocom in Berlin auch Windkraft-Unternehmen. Während er sein duales BWL-Studium an der Nordakademie Elmshorn absolvierte, gönnte er sich ein Trimester an der California State University East Bay. Bei WMP verabschiedet er sich immer donnerstags, um freitags freiberuflich ein Energiesoftware-Start-up zu beraten.

"Die Veränderung hat sich eher auf der Businessmodell-Seite ergeben und nicht auf der Themenseite", erläutert Bohnerth. Schon bei Exxon Mobil habe er sich auch um CSR gekümmert. Um sich stärker auf Zukunftsthemen zu konzentrieren, hat er Exxon verlassen und Nachhaltige Entwicklung in Uppsala studiert.

"Man kann mit Geschäftsmodellen und Kommunikation Wandel treiben. Das treibt auch mich an: der Wandel hin zu einer nachhaltigeren Welt", sagt er. Es gebe viele gute Ideen, die noch kaum jemand kenne.

Ein Vorbild in der Kommunikation war Hans Rosling, der mit seiner Art des Storytellings Fakten und Statistiken anschaulich und unterhaltsam präsentiert hat. Leider ist er letztes Jahr verstorben.

Ein guter Rat war, regelmäßig die eigene Position zu reflektieren. Kommunikatoren leben von dem Vertrauensverhältnis zu dem Vorstand oder der Geschäftsführung und den Journalisten auf der anderen Seite. Es kann hier zu Zielkonflikten kommen. Wichtig ist, sich seiner eigenen Linie treu zu bleiben und diese Konflikte im Zweifel auszuhalten.

In zehn Jahren werde ich mit Interesse auf die Startups schauen, die ich kommunikativ begleitet habe bzw. heute begleite. Ich bin gespannt, wie sie sich entwickeln und wie sich die Berliner Szene weiterentwickeln wird.

Für mich ist der wichtigste Trend eine zunehmende Personalisierung der Kommunikation. Der CEO und der Vorstand sind neben der Presseabteilung das Gesicht des Unternehmens nach außen und müssen in bewegten Zeiten Haltung zeigen. Dazu gehört eben auch sich gesellschaftspolitisch zu positionieren. Das Wegducken oder Ausweichen von potenziell konfliktbeladenen Themen wird immer schwieriger.

Seien Sie dabei beim großen #30u30-Finale in Berlin!

Am 16. November, am Tag der Verleihung der PR Report Awards, tritt die #30u30-Crew in Zweierteams im Finale des diesjährigen Wettbewerbs gegeneinander an und kämpft mit Kampagnen für vier Start-ups um die Trophäen für die PR Report Awards in der Kategorie "Young Professional des Jahres".

Außerdem bringt der PR Report in Berlin Young Professionals, Berufseinsteiger und Studenten mit potenziellen Arbeitgebern zusammen. Unser Karriereforum steht unter dem Motto „Was mit PR? Dann aber gleich richtig!"

Mit dabei sind Hill+Knowlton, Volkswagen, Deutsche Bank, Bayer, fischerAppelt, Vodafone, der Bankenverband, das PRCC, Bertelsmann, Storymaker und CB.e.

Auch sonst gibt es an diesem Tag ein abwechslungsreiches Tagesprogramm:

  • 25 Top Cases: Das leisten Deutschlands PR-Profis: Eine Auswahl der besten Projekte des Jahres – präsentiert von ihren Machern. Neu: Der Publikumspreis. Die Teilnehmer werden zu Juroren und geben ihre Stimme einem der präsentierenden Finalisten. Der Sieger nimmt am Abend den ersten PR Report Award in der Kategorie Publikumspreis mit nach Hause.

  • PR Report Influencer Camp: Schöne neue Kommunikationswelt – aber wie nutzen sie PR-Profis erfolgreich? Erfolgreiche Blogger, Instagramer und Content Creators zeigen in Workshops, wie es geht.

 

Tipp: Alle Porträts des aktuellen #30u30-Jahrgangs lesen Sie in der neuen Ausgabe des PR Reports. Hier können Sie das Magazin als E-Paper oder Printausgabe bestellen. Oder im iKiosk.

Lesen Sie darin außerdem:

  • Das digitale Gehirn: Wie Telefónica mit künstlicher Intelligenz den Austausch der Mitarbeiter untereinander verbessert.
  • "Eher mit Judo als mit Karate": Microsoft-Kommunikationschef Thomas Mickeleit über den Angriff des Marketings auf die PR, wie er sich dagegen wehrt und was seine Kollegen tun müssen, um nicht an den Rand gedrängt zu werden.
  • Bedingt digitalbereit: PR-Profis sehen sich schlecht gerüstet für die digitale Transformation. Bots, Big Data, Monitoring - wo Kommunikatoren ihre größten Schwächen verorten.
  • Fake News und Cyber-Krieger: Vor der Bundestagswahl warnen Behörden vor "Fake News", falsche Freunde und manipulierte Reichweite verseuchen das Influencer Marketing. Dieselben Methoden lassen sich auch für Desinformationskampagnen in der Wirtschaft einsetzen. Was ein digitaler Angriff kostet.
  • Ein Geben und Nehmen: Wilde & Partner wurde schon zweimal als familienfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet. Wie machen die Münchner das? Und taugt die Agentur als Vorbild für andere?

Exklusive und aktuelle Nachrichten aus der Kommunikationsszene gibt es jeden Mittwoch und Freitag in unserem Newsletter. Kostenlos abonnieren unter http://www.prreport.de/newsletter/

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