27.06.2017 |   DPRG-Zukunftsforum

Agenturen der Zukunft, Zukunft der Agenturen

Die Diskussion zwischen Alexander Wilke (links) und Daniel Hanke stieß auf großes Interesse. In der Mitte: Moderator Daniel Neuen, Chefredakteur PR Report.
Die Diskussion zwischen Alexander Wilke (links) und Daniel Hanke stieß auf großes Interesse. In der Mitte: Moderator Daniel Neuen, Chefredakteur PR Report.

Die von Thyssen-Krupp-Kommunikationchef Alexander Wilke im PR Report losgetretene Debatte über Agenturen ging beim DPRG-Zukunftsforum in Gelsenkirchen weiter. Wilke diskutierte mit Daniel Hanke, Vorstand bei Klenk & Hoursch, über die Agenturen der Zukunft und die Zukunft der Agenturen.

Dabei ging es auch um die Vor- und Nachteile von maßgeschneiderten Agenturen ("Customized Agencys"), wie sie der Essener Dax-Konzern mit Bobby & Carl aufbaut, einem Joint Venture mit den Werbern von Thjnk. Wilke sagte: "Ich will, dass die Agentur einfach arbeitet - auch projektbezogen. Den großen Aufschlag oder eine umfassende Strategie brauche ich oft gar nicht."

Die Einarbeitung von externen Agenturen dauere bei einem komplexen Unternehmen wie Thyssen-Krupp oft sehr lange und koste viel Geld. Von Bobby & Carl erhofft sich Wilke vor allem eine höhere Integration der Kommunikation. Marketing, interne, externe und politische Kommunikation - alles solle möglichst aus einer Hand kommen. "Durch die Zusammenarbeit mit einem Team, das kreativ und abgekoppelt vom Konzern arbeiten kann, sich aber trotzdem bestens bei uns auskennt, erhoffen wir uns eine Qualitätssteigerung. So können wir gut, schnell und punktuell kommunizieren."

Wie Wilke behauptete auch Hanke nicht, das Patentrezept für Agenturen parat zu haben. Für ihn haben die Agenturen eine Zukunft, die sich vom Zwang zum Wachstum befreien würden, sich einen unverstellten Blick bewahren könnten und in der Lage sind, auf Veränderungen flexibel zu reagieren. Von Wilkes maßgeschneiderter Agentur fühle er sich nicht bedroht. "Ich glaube, der Kuchen ist für uns alle groß genug. Ich finde solche Modelle sollten getestet werden."

Doch Hanke ist skeptisch: "Als externe Agentur habe ich einen entscheidenden Vorteil: Ich gehöre nicht zum System und kann von außen darauf schauen. Ich sehe andere Dinge und ich sehe Dinge anders." Für Hanke stehen die Bedürfnisse der Verbraucher im Vordergrund, nicht die der Unternehmen.

Ein Blickwinkel, den auch Antje Neubauer teilte. Die Leiterin PR und Marketing bei der Deutschen Bahn sagte zum Abschluss des Zukunftsforums, dass sie Kreativität und Impulse externer Agenturen schätze. Eine Customized Agency für die Deutsche Bahn könne sie sich derzeit nicht vorstellen.

Neben Wilke, Hanke und Neubauer gehörten Jörg Eigendorf, Global Head of Communications & Corporate Social Responsibility bei der Deutschen Bank, Steffen Klusmann, Chefredakteur beim manager magazin und Philipp Schindera, Leiter Unternehmenskommunikation der Deutschen Telekom, zu den Referenten beim DPRG-Zukunftsforum 2017. Rund 180 Teilnehmer waren zum BarCamp an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen gekommen.

Autorin: Anna Wellendorf

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